neuer Mieter auf dem EUREF-Campus: H2 MOBILITY

Nikolas Iwan, Jahrgang 1980, stammt aus Süddeutschland. Er war zwei Jahre im Ausland, darunter in Argentinien und zum Studium in Italien und Dänemark. Studiert hat er Wirtschaftsingenieurwesen. Acht Jahre lang war er für Shell in Österreich und betreute dort 260 Tankstellen mit rund 100.000 Kundenkontakten am Tag. Mit Kundenwünschen und Infrastruktur kennt er sich also aus. Das Thema Energiewende beschäftigt ihn seit längerer Zeit, wobei er in seiner Zeit bei Shell dafür beruflich bisher wenige Ansatzpunkte fand.

Das hat sich allerdings im April 2016 geändert, als er die Geschäftsführung des Startups H2 MOBILITY übernahm. Der Unternehmensname verrät, worum es geht: Mobilität mit Wasserstoff. Und die Liste der Gesellschafter zeigt, wer Interesse an dieser Entwicklung hat: Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total.

Seit dem 1. Dezember 2016 ist Nikolas Iwan mit seinem Unternehmen auf dem EUREF-Campus ansässig. Nachdem ein erster Versuch an der Raumfrage scheiterte, sich alle anderen Ansiedlungsüberlegungen als ungeeignet erwiesen, klappte es dann doch mit dem Wunsch-Standort. „Gut die Hälfte der hier ansässigen Unternehmen passt zu uns“, sagt Nikolas Iwan. „Mit den ersten habe man schon Kontakt aufgenommen und einen Meinungsaustausch geführt, wie mit InnoZ oder CleverShuttle“.

Vom EUREF-Campus aus will Nikolas Iwan mit seinem 25-köpfigen Team Deutschland zum Wasserstoff-Weltmeister machen. 100 Stationen sollen bis 2018 öffentlich zugänglich sein. Und wenn der Markt an mit Wasserstoff betankbaren Automobilien entsprechend wächst, sollen bis 2023 400 Tankstellen an den Start gehen. Gegenwärtig gibt es nur drei Länder, in denen man strategisch auf Wasserstoff Stationen setzt: Japan, Kalifornien und Deutschland. Das Alleinstellungsmerkmal von Deutschland ist allerdings, dass es nur hier ein Unternehmen gibt, das sich auf die Planung und den Betrieb von Wasserstoff-Stationen fokussiert. Durch Übernahme der meisten existierenden und Neubau eigener Stationen wird H2 MOBILITY Ende 2017 neun von zehn Stationen betreiben.

Noch steht man am Anfang der Entwicklung. Es gibt gegenwärtig lediglich ca. 300 mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge in Deutschland. Sowohl mit Batterie, als auch mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge gelten als E-Cars. Das heißt, dass beide beim Kauf gefördert werden. Die Batterie liegt zurzeit noch deutlich vorn, Wasserstoff wird, so Nikolas Iwan, aber im Laufe der Zeit aufholen. Beide Systeme werden nach seiner Meinung zur Reduktion der Emissionen im Verkehr gebraucht und am Markt Bestand haben. Beide Systeme haben spezifische Vorteile: Wasserstoff ermöglicht Reichweiten um die 500 km, kann in 3-5 Minuten getankt werden und ist sehr leicht - Vorteile gegenüber der Batterie.

Aber ob Batterie oder Wasserstoff, beide Systeme leisten einen wesentlichen Beitrag auf dem Weg zu einer CO2-freien Mobilität. Und auch die Autoindustrie ist stark an dieser Entwicklung interessiert. BMW, Honda, Toyota und Volkswagen/Audi arbeiten mit H2 MOBILITY zusammen. Auf der Internetseite von H2 MOBILITY sind die bislang verfügbaren Stationen aufgelistet. In Kürze gibt es hierfür eine App, die man sich auf sein Handy herunterladen kann.

Beobachten wir also vom EUREF-Campus aus die weitere Entwicklung der Wasserstoff-Mobilität in Deutschland.

Am Ende eines jeden Gesprächs mit den vorgestellten Personen fragen wir diese, ob sie sich auf dem Campus wohlfühlen. Dazu gehören natürlich immer die möglichen Synergien mit anderen Unternehmen. Es geht aber auch stets um das kulinarische Angebot. Und von diesem ist Nikolas Iwan begeistert.

Mehr Infos unter http://h2-mobility.de/