Anne Glover zu Gast beim MCC - Ideen zur wissenschaftlichen Politikberatung in Europa

Die frühere "Chief Scientific Advisor" der EU, Anne Glover, debattierte mit Martin Kowarsch über Lehren und Perspektiven für die Zukunft.

Die Zukunft wissenschaftlicher Politikberatung in Europa wird derzeit kontrovers diskutiert: Erst kürzlich hat EU-Kommissions Präsident Jean-Clause Juncker dafür ein neues Verfahren vorgestellt – unter anderem setzt er sich für ein Expertengremium und einer Stärkung der nationalen Akademien ein. Vor diesem Hintergrund diskutierte die frühere „Chief Scientific Advisor" der EU, Prof. Anne Glover, das Thema „Wissenschaftliche Politikberatung in Europa – Lehren und künftige Perspektiven" mit MCC-Gruppenleiter Dr. Martin Kowarsch.

Viele Fragen stehen im Raum: Welche Informationen sind nötig damit Politiker große Herausforderungen – wie den Klimawandel – bewältigen können? Welche Art von wissenschaftlicher Beratung ist für die Entscheider verwertbar? Und welches Modell der wissenschaftlichen Politikberatung sollte die Forscher dabei anleiten?

Prof. Anne Glover, derzeit Richard von Weizsäcker Fellow an der Robert Bosch Academy, stellte ihre Einblicke in die Lehren für wissenschaftliche Politikberatung vor. Martin Kowarsch, Leiter der MCC-Arbeitsgruppe Wissenschaftliche Assessments, Ethik und Politik (SEP), erläuterte die Perspektive des MCC darauf. Sein Vortrag fokussierte sich auf den Klimawandel und die Lehren aus dem IPCC-Prozess – etwa darauf, wie Wissenschaftler für Politiker beim Entscheidungsprozess als "Kartografen" von Nutzen sein könnten.

Beide Redner haben bereits in der Vergangenheit durch verschiedene, kürzlich veröffentlichte Fachartikel zur Debatte über wissenschaftliche Politikberatung in Europa beigetragen. In dem Buch "Future Directions for Scientific Advice in Europe", herausgegeben von James Wilsdon and Robert Doubleday, beschrieb Glover zum Beispiel einen "Moment des magischen Realismus in der Europäischen Kommission" und Kowarsch – zusammen mit MCC-Direktor Ottmar Edenhofer – wie Experten als Kartografen für verschiedene Politikpfade in Europa fungieren können.