Berliner Baugespräche auf dem EUREF-Campus

Am 14. Juni 2016 fanden in der Werkstatt auf dem EUREF-Campus die von Wolff & Müller veranstalteten „Berliner Baugespräche" statt. Hauptredner waren Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel und Stefan Kohler, der von vielen als „Papst" der Energiewende bezeichnet wird.

Während der Veranstaltung gab es eine Reihe von guten Nachrichten für den EUREF-Campus. Udo Berner, kaufmännischer Geschäftsführer von Wolff & Müller, unterzeichnete gemeinsam mit Reinhard Müller den Bauvertrag für den nächsten Neubau EUREF-Campus 21-22. Wolff & Müller hat bereits das Gebäude der Deutschen Bahn (EUREF-Campus 14) und Haus 10-11 gebaut, das im Spätsommer fertig wird. Udo Berner überreichte Reinhard Müller für dieses Haus eine Plakette und Urkunde „CO2-neutral gebaut". Gleichzeitig teilte das Unternehmen mit, dass es mit seiner Berliner Niederlassung des Bereichs Hoch- und Industriebau in den Neubau EUREF-Campus 10-11 einziehen werde.

Das Unternehmen Wolff & Müller, 1936 von dem Baumeister Gottlob Müller und dem Dipl.-Ing. Karl Wolff gründet, wurde mehrfach als Bauunternehmen des Jahres ausgezeichnet.

Stefan Kohler, einst Chef der Deutschen Energie-Agentur (dena), mahnte in seinem Vortrag die Umsetzung der Energiewende an. Die Energiewende umfasse alle Bereiche. Der Industriestandort Deutschland müsse aber erhalten bleiben. Durch das Abschalten von Atomkraftwerken, so sinnvoll das sei, verringere sich nicht der CO2-Ausstoß. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 80 Prozent des CO2-Ausstoßes zu reduzieren, ist noch lange nicht erreicht. Auf dem EUREF-Campus wurden dieses Ziel bereits 2014 erreicht. Aber, EUREF ist eben nicht überall und deshalb muss das Ziel weiterhin angestrebt werden.

Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel hielt einen Vortrag zum Thema „Berlin baut". Ja, Berlin baut, Berlin muss bauen. Die Stadt wächst. Von 22.000 erteilten Baugenehmigungen sind aber nur 12.500 Bauvorhaben umgesetzt worden. Dennoch, der Wohnungsbau gehe voran, sagte Geisel. Ein großes Problem stelle aber die mangelnde Personalausstattung in den bezirklichen Bauämtern dar. Es müssen, so Andreas Geisel, dringend neue Mitarbeiter eingestellt werden, um die Bauanträge bearbeiten zu können. Allein in seiner Verwaltung werden von den rund 2.000 Beschäftigten in den nächsten fünf Jahren 700 in den Ruhestand gehen.

Berlin sei „locker bebaut", sagte Andreas Geisel. Es gebe noch genügend freie Flächen in der Stadt, auch in Mitte. Wichtig sei aber, auch Ressourcen zu schonen und erst einmal höher zu bauen und auf vorhandene Gebäude Dachgeschosse zu setzen. Allein durch den Ausbau der Dächer könnten in Berlin 50.000 neue Wohnungen entstehen. Geisel appellierte an die Baubranche, mitzuhelfen, Lösungen zu finden, auch und gerade bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums.

In der Bevölkerung wird das Wachsen der Stadt teilweise mit Sorge gesehen. Deshalb lautete der Schlusssatz des Senators bei seinem Vortrag: „Wachstum ist ein Geschenk".

Text: Ed Koch