Hier packt der Bauherr selbst mit an

Natürlich war es scherzhaft gemeint, als EUREF-Chef Reinhard Müller die Mieter auf dem Campus wissen ließ, dass er „alles selber machen müsse“ und deshalb beherzt einen Schlauch anpackte, der an einem Behälter mit 6 Tonnen Beton hing. Die Männer des Bauunternehmens Wolff und Müller haben über die letzten Monate einen tollen Job gemacht und das neue Haus 14 hochgezogen. Es sieht sehr leicht aus, den Beton über den Schlauch auf dem Dach zu verteilen. Wenn man aber das Gerät selbst bewegen muss, merkt man schnell, wie kräftezehrend die Arbeit ist. Und um diese Erfahrung zu machen, wurde aus dem Bauherrn Reinhard Müller für eine halbe Stunde ein Bauarbeiter.

Als Dank an alle, die am Neubau beteiligt waren und sind, lud Müller am 6. November zu einem Deckenfest ein. Das ist sozusagen die Vorstufe zum Richtfest, das etwa in einem Monate stattfinden wird. Im TU-Audimax dankte der Bauherr den Arbeitern, Architekten und Ingenieuren für ihren Einsatz. Zur Stärkung gab es deftige Schweinshaxen.

Das Gebäude mit der Nummer 14, das Mitte des nächsten Jahres bezugsfertig sein wird, soll eine Zertifizierung nach LEED („Leadership in Energy and Environmental Design“) erhalten. Das LEED-Zertifikat ist ein international anerkanntes Bewertungssystem mit der Zielsetzung der Auszeichnung besonders nachhaltiger Gebäude. Dessen energetisch qualitativ hochwertige Gebäudehülle sowie seine Anlagentechnik sollen für einen niedrigeren Energieverbrauch sorgen, und der Einsatz emissions- bzw. lösemittelfreier Baustoffe soll zu einer besonders hohen Innenraumlufthygiene führen. Auch die besondere Ausstattung der Sanitärbereiche soll zu einem niedrigeren Ressourcen- bzw. Wasserverbrauch führen.

Das Haus 14 verfügt mit den im Erdgeschoss sowie dem ersten bis achten Obergeschoss einschließlich Dachterrasse gelegenen Büroräumen, und die hiermit verbundenen Nebenflächen, über eine Fläche von insgesamt ca. 5.408 qm. Im Untergeschoss gibt es noch Lagerräume von ca. 80 qm und 15 Tiefgaragen-Stellplätze.

Das EUREF-Gelände besteht aus verschiedenen Gebäudekomplexen, darunter hochmoderne Neubauten und sanierte historische Gebäude. Auf dem ca. 55.000 qm großen EUREF-Areal sollen insgesamt bis zu 20 Gebäudekomplexe mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 165.000 qm entstehen. Das EUREF-Gelände wurde und wird mit der konkreten Zielsetzung entwickelt, das erste CO2-neutrale Büroviertel der Welt zu sein: Mit Vorbildcharakter für energieeffizientes energiesparendes, also nachhaltiges Bauen.

Ein deutsches Energieberatungsunternehmen entwickelte ein beispielhaftes Energiekonzept für das EUREF-Gelände, welches minimalen Verbrauch, maximale Effizienz und im Betrieb möglichst CO2-Neutralität sicherstellt. Dazu sind innovative Wärme- und Kältesysteme geplant. Das Haus 14 wird auf Grundlage eines Contracting-Vertrages mit einer vereinbarten Laufzeit von 20 Jahren mit Kälte und Wärme versorgt. Für den Rohbau wurden 680 Tonnen Stahl in 3.956,7 m3 Beton verlegt.