Jauchs Kuppel soll nach Zollverein

Jauchs Kuppel zieht um

Zur Fußball-WM 2006 in Deutschland wurde am Reichstagsgebäude dessen gläserne Kuppel als Eventhalle nachgebaut. Dort fanden während der WM zahlreiche Veranstaltungen statt. Anschließend wurde die nachgebaute Reichstagskuppel abgebaut. Sie lag gut verpackt in Fürstenwalde und wartete auf bessere Zeiten, die sich drei Jahre später einstellen sollten.

Zwischenzeitlich hatten der Projektentwickler Reinhard Müller und sein Chef-Architekt Johannes Tücks mit ihren Team begonnen, das ehemalige Gasometer-Gelände in Schöneberg zum Europäischen Energie-Forum umzuwandeln. Müller stöberte das Modell der Reichstagskuppel auf und sah sofort, dass diese in seinen Gasometer passt und zu ihrer alten Funktion als Veranstaltungshalle zurückkehren kann. Im August 2009 wurde Richtfest gefeiert. Und kurz danach begannen die ersten Events in spektakulärem Ambiente.

Die Liste dessen, was inzwischen alles in der Kuppel stattfand, ist endlos. Filmpremieren, Parteitage, UN-Konferenzen und vieles mehr. Deutschlandweit berühmt wurde aber der Gasometer mit seiner Kuppel zwischen September 2011 und Ende 2015. In dieser Zeit begrüßte Günther Jauch jeden Sonntagabend die Fernsehzuschauer zu seiner Talk-Runde. In der Schmiede, dem italienischen Restaurant gleich neben dem Gasometer, haben sich die meisten Gäste mit ihren Unterschriften auf den Tischen verewigt.

Aber auch nach Jauch geben sich die Entscheider aus aller Welt auf dem EUREF-Campus die Klinke in die Hand, wie beispielsweise beim G20-Afrika-Gipfel im Juni 2017 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Campus hat sich stetig weiterentwickelt. Die unter Denkmalschutz stehenden Bestandsgebäude wurden restauriert, und inzwischen stehen drei fertige und voll vermietete Gebäudekomplexe auf dem Gelände, ein viertes ist fast fertig und ein weiteres in Planung. Auch die Pläne für den Gasometer liegen inzwischen auf dem Tisch. Hier wird es in absehbarer Zeit eine vielfältige Nutzung geben, die die gesamte Hülle des Gasometers ausfüllt. Das bedeutet aber, dass die Reichstagskuppel wieder demontiert werden muss. Diesmal wird sie nicht eingemottet. Jetzt geht es direkt weiter - und zwar ins Ruhrgebiet. Im Wirtschaftsteil der WAZ vom 21. Oktober wird verraten, was passieren soll. 

 

Jauchs Kuppel soll nach Zollverein

„In Berlin hat der Architekt und Unternehmer Reinhard Müller bereits ein Gelände rund um einen Gasometer umgebaut und zu einem Campus für junge Firmen entwickelt. Vor zehn Jahren begann der Chef und Gründer der Firma EUREF damit, im Stadtteil Schöneberg ein Quartier für Unternehmen aus den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität zu schaffen. Nun will Müller diese Idee auch in Essen auf dem Areal der Zeche Zollverein verwirklichen“, schreibt die WAZ.

„Wir möchten das, was wir in Berlin machen, in Essen ausbauen und weiterentwickeln“, sagt Müller. „Essen ist Deutschlands Energiehauptstadt. Da ist es naheliegend, dieses Thema auf einem Campus auf Zollverein voranzutreiben. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem etablierte Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen kooperieren.“ 

Und weiter schreibt die WAZ: „Auch die Kuppel, die aus der Fernsehsendung von Günther Jauch bekannt ist, soll dafür bald von Berlin nach Essen umziehen. Die Kuppel ist ein Symbol von Müllers Projekt in Berlin. Eine ähnliche Funktion soll sie auch auf Zollverein bekommen – und zwar in einem der beiden Kühltürme neben dem Essener Gasometer, wo unter der Kuppel ein Veranstaltungsraum für rund 600 Menschen entstehen soll, zum Beispiel für Messen oder Kongresse.

„Wir sind in unseren Planungen sehr weit und sehen viel Unterstützung der Verantwortlichen in Essen“, berichtet Müller der WAZ. „Eine gemeinsame Absichtserklärung mit der Stiftung Zollverein sei bereits unterschrieben“, berichtet die WAZ. „Generell sind wir sehr zuversichtlich.“ „Der Vorsitzende der Stiftung Zollverein, Hermann Marth, bestätigt, dass in und um den Gasometer ein Gründerzentrum entstehen soll. Ziel sei es, Zollverein zu einem ‚Zukunfts- und Innovationsstandort‘ auszubauen. Ende November werde sich auch der Stiftungsrat mit dem Thema befassen. An der Spitze dieses Gremiums steht der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, der unlängst Interesse an der Ansiedlung signalisiert hatte.“

EUREF-Chef Reinhard Müller hat auch zeitlich ehrgeizige Pläne. „Wir wollen im nächsten Jahr mit den Bauarbeiten beginnen.“ Zielgruppe bei der Vermietung von Flächen sind Unternehmen, die sich – wie in Berlin – mit den Themen Energiewende, Klimaschutz und intelligente Mobilität beschäftigen. Auch die Produktion von Algen – ebenfalls wie in Berlin – soll in großem Stil erfolgen. Müller rechne bei dem Projekt in Essen mit einer Investitionssumme von rund 50 Millionen Euro. Auf dem Essener-Schwester-Campus könnten 500 Arbeitsplätze entstehen. Die Fläche in Essen ist mit 30.000 Quadratmetern etwa halb so groß wie in Berlin. In Berlin wurden bereits 300 Millionen Euro investiert und 2.500 Arbeitsplätze geschaffen, weitere 300 Millionen Euro sollen folgen.

Das Engagement in Essen, so Reinhard Müller, bedeute für ihn kein Rückzug aus Berlin. Der Berliner Standort werde planmäßig weiterentwickelt.

 

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Zusammenstellung: Ed Koch – Quelle: WAZ