Kanadische Studenten auf dem EUREF-Campus

Auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten kamen Vertreter der University of Alberta im letzten Jahr ins Gespräch mit der TU-Campus EUREF gGmbH. Daraus folgte, dass bereits 2015 kanadische Studenten hier zu Gast waren. Und wenn man sich wohl fühlt, kommt man wieder. Zwischen Mai und August sind in wechselnder Zusammensetzung rund 40 Studierende im Rahmen der Sommeruniversität "e3 in berlin" aus Kanada in Berlin. Das Projekt besteht aus drei Modulen: Deutsch-Intensivkurs im Mai, Praktikum im Juni und Juli sowie zwei Fachkurse im August, die sich mit Design und Nahrungsmittelsicherheit beschäftigen.

So unterschiedlich wie die Fachrichtungen sind auch die Interessen der Studenten, von Kunst bis Wirtschaft. Anfang Mai fand außerdem ein Treffen von 30 Bachelor- und Masterstudierenden der Business School der Unversity of Alberta mit MBA-Studierenden der TU-Campus EUREF gGmbH statt. Bereits am 8. April besuchte Uni-Präsident David Turpin Berlin und machte sich bei einem Rundgang mit Prof. Dr. Frank Behrendt und Reinhard Müller ein Bild vom EUREF-Campus.

Die Studenten, die gegenwärtig ihren Studienplatz nach Berlin verlegt haben, sind im Schnitt Anfang 20, es gibt in der Gruppe auch einen 35-Jährigen, der seinem Lebenslauf noch einmal eine neue Zielrichtung geben möchte. Die meisten Studenten wohnen in Apartments der Bürgermeister-Reuter-Stiftung, einige haben sich selbst Privatquartiere gesucht.

Das Programm wird den Studenten von ihrer Universität angeboten. Sie melden sich freiwillig und begeben sich sodann auf eine weite Reise. Ihr Aufenthalt hier findet im Rahmen ihres Studiums statt, sie verlieren also keine Zeit durch den Auslandsaufenthalt. Neben der Universität von Alberta sind an dem diesjährigen Programm auch die MacEwan Universität aus Edmonton mit vier und die Mount Royal Universität aus der wohl bekanntesten Stadt Albertas, Calgary, mit drei Studenten beteiligt. Wir erinnern uns, dass Calgary 1988 als erste kanadische Stadt die Olympischen Winterspiele austrug.

Der Mai stand ganz im Zeichen des Deutschlernens. 100 Stunden in vier Wochen. Kann man danach Deutsch? Eine leichte Alltagskommunikation ist möglich, sagt uns Henriette Klose, die die Universität Alberta in Berlin vertritt. Einkaufen, Fahrkarten bestellen und übers Wetter reden, ist möglich. Und über das Wetter konnte man sich im Mai sehr viel erzählen. Neben den 100 Stunden Deutsch bleibt natürlich noch Zeit, die Stadt Berlin zu erleben. An einem Dienstag, als wir die Studenten besuchten, waren einige noch etwas müde vom Wochenende. Kein Wunder in einer Stadt, deren Slogan 365/24 lautet. Nach dem Gruppenfoto machten sich die Studenten zu einer Exkursion in Berlins Hochkultur auf den Weg. Sie besuchten ein Lunch-Konzert in der Berliner Philharmonie. Auf dem Programm stand das Forellenquintett von Franz Schubert.

Im Juni und Juli findet der praktische Teil des Programms statt. Abgesehen von je einem Praktikumsplatz in Leipzig und Potsdam haben alle anderen in Berlin ein Unternehmen gefunden. Einige sogar auf dem EUREF-Campus bei eMio, ebee und Mint Engineering (Palmetto). Und da das Programm auch 2017 fortgesetzt werden soll, wäre es natürlich schön, wenn weitere Unternehmen der EUREF-Community für zwei Monate einen Studenten bei sich aufnähmen. Henriette Klose hat deutschlandweit nach Praktikumsplätzen gesucht und diese den Studierenden angeboten. Fast alle wollten in Berlin bleiben, was verständlich ist. Als kanadische Staatsbürger bekommen die Studenten mit dem Youth Mobility Visum auch gleich eine Arbeitserlaubnis, so dass die Beschäftigung der Studenten kein Problem darstellt.

Im August endet dann das diesjährige Programm mit den Fachkursen, die im Original wie folgt heißen: „Critical Design: Practice, Place & Space" und „Economics of World Food and Agriculture". Mit derlei vielen Eindrücken im Gepäck, praktischer und theoretischer Erfahrung, dem Erlebnis von unserer weltoffenen Stadt und mehr als nur den Worten „Auf Wiedersehen" im Sprachschatz, werden die Studenten im Spätsommer die Reise nach Hause antreten. Und, wer weiß, eines Tages sicherlich wiederkommen. Zuerst aber werden sie ihren Kommilitonen zu Hause erzählen, was sie in Berlin erlebt haben.

Das wird sicherlich nicht ganz einfach sein, denn an der 1908 gegründeten University of Alberta sind insgesamt rund 40.000 Studenten eingeschrieben, etwas mehr als die FU Berlin (36.500) und die TU Berlin (34.000). Diese kommen aus ganz Kanada und weiteren 150 Ländern weltweit. Sie nehmen an 400 Programmen in 18 Fakultäten teil. Mit 15.000 Angestellten, darunter allein 2.800 im Akademischen Bereich, ist die Universität der viergrößte Arbeitgeber im Bundesstaat Alberta. Die Universität, die in der Hauptstadt Edmonton ihren Sitz hat, zählt zu den Top-Five der kanadischen Universitäten. Die Uni prägt das Stadtbild von Edmonton mit ihren 150 Gebäuden.

Vorerst wünschen wir den Studenten weiterhin viel Freude an ihrem Aufenthalt in Berlin.

Mit Henriette Klose sprach Ed Koch