MCC Berlin als weltweit zweitbeste Klima-Denkfabrik ausgezeichnet

Das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) – ein An-Institut der TU Berlin – ist vom International Center for Climate Governance (ICCG) als zweitbeste wissenschaftliche Denkfabrik auf dem Gebiet Klimawandel ausgezeichnet worden. Den ersten Platz in dem mit Blick auf die Institutsgröße standardisierten Ranking belegte das Woods Hole Research Center (WHRC) aus Falmouth im US-Bundesstaat Massachusetts. Insgesamt hatten 244 nicht-universitäre Think Tanks daran teilgenommen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Rankings basiert das des ICCG auf einer soliden quantitativen Methode und analytischen Daten. Grundlage für die Auszeichnung des MCC ist somit die im Verhältnis zur relativ kleinen Größe des Instituts sehr hohe Anzahl wissenschaftlicher Publikationen und Fachveranstaltungen sowie die intensive Mitarbeit in internationalen Institutionen wie dem Weltklimarat IPCC.

„Das Ergebnis spiegelt die Begeisterung der Mitarbeiter unseres Instituts wider, sich wissenschaftlichen Herausforderungen zu stellen", sagt MCC-Direktor Ottmar Edenhofer, der auch Professor für die Ökonomie des Klimawandels an der TU Berlin ist. „Auch eine kleine – dafür aber hervorragend aufgestellte – Organisation kann die Wissenschaft voranbringen und hohen Einfluss bei politischen Entscheidern auf dem Gebiet der Klimapolitik erreichen."

Mit seiner ICCG-Platzierung steht das MCC noch vor international sehr renommierten Forschungseinrichtungen wie etwa dem International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) aus Österreich, dem Helmholtzzentrum für Umweltforschung (UFZ) oder dem vor allem im amerikanischen Kontext relevanten Institut Resources for the Future (RFF) aus Washington. Im nicht-standardisierten Ranking verweisen diese Institute aufgrund ihrer Größe jedoch das MCC mit seinen lediglich insgesamt 40 Mitarbeitern auf einen hinteren Platz.

Das MCC untersucht nachhaltiges Wirtschaften sowie die Nutzung von Gemeinschaftsgütern wie globalen Umweltsystemen und sozialen Infrastrukturen vor dem Hintergrund des Klimawandels. Seine sieben Arbeitsgruppen forschen zu den Themen Wirtschaftswachstum und -entwicklung, Ressourcen und Internationaler Handel, Städte und Infrastrukturen, Governance sowie wissenschaftliche Politikberatung. Das MCC initiiert Assessments, die als „Landkarten des Wissens" den politischen Entscheidern Orientierung bieten sollen über die Chancen und Risiken der unterschiedlichen Pfade zur Nachhaltigkeit.

„Die Auszeichnung zeigt, dass das Institut eine weltweit nahezu einmalige Plattform ist, um herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in ihrer Forschungslaufbahn zu unterstützen", sagt TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen. „Wir freuen uns, dass die wissenschaftliche Politikberatung des MCC im internationalen Kontext so hervorragende Leistungen erzielt."

Das International Center for Climate Governance (ICCG) wurde 2009 gemeinsam vom Fondazione Eni Enrico Mattei (FEEM) und Fondazione Giorgio Cini gegründet. Direktor ist Professor Carlo Carraro. Seit 2011 erstellt das ICCG jedes Jahr eine „Think Tank Map". In dieser Karte werden die Denkfabriken auf dem Gebiet der Klimaökonomie und -politik weltweit verzeichnet und bewertet. Die Auflistung soll auch der besseren Vernetzung und Kooperation der Institute untereinander dienen.