Climathon – ein 24stündiger Klimaschutz-Hackathon

Engagierte Berliner entwickeln neue Konzepte für eine saubere und klimafreundlichere Hauptstadt

Klima- und Umweltschutz kann Spaß machen. Wie das geht, zeigten über 50 Teilnehmer des internationalen Climathons am 27.Oktober 2017 in Berlin. In elf Teams haben sie sich drei konkreten Problemen gewidmet, mit denen insbesondere Berlin zu kämpfen hat: die schlechte Luftqualität in Räumen, die ineffiziente Nutzung von Energie in privaten Haushalten, und die dürftige Trennung von Biomüll.

Gewinner in der Kategorie schlechte Luftqualität ist E2M. Das Berliner Team will mit Hilfe von Emotionen die Menschen zum Handeln animieren, so dass sie die Luftqualität in ihren Büros proaktiv verbessern. E2M setzt dabei auf eine spezielle Art der Visualisierung der Schadstoffkonzentration in Büroräumen. Ganz im Stile von Tamagotchi oder Pokemon soll auf einem Monitor die Luftqualität im Raum in Gestalt einer animierten Figur dargestellt werden. Der jeweilige emotionale Zustand dieser Figur zeigt den Stand der Schadstoffbelastung in den Räumen an und motiviert die Nutzer zum Handeln.

„Dies ist eine simple, aber sehr effektive Lösung. Wir sind davon überzeugt, dass sie schon in naher Zukunft umgesetzt werden kann”, begründet Robert Heinecke, Geschäftsführer von Breeze Technologies aus Hamburg und Jurymitglied des Climathons, die Auswahl des Gewinners. Zusammen mit Veolia, einem international tätigen Unternehmen in den Bereichen Wasser, Abwasser, Abfallwirtschaft, Energie und Transport, hat der Hamburger Entwickler von Luftqualitätsmanagement für Büroumgebungen diesen Wettbewerb unterstützt. Die Idee von E2M knüpft an den Lösungen von Breeze an und setzt sie konsequent in Form der Visualisierung der Luftqualität fort.

Weitere Partner des diesjährigen Climathons waren die Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technolgie, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, die Berliner Stadtreinigung (BSR), die Berliner Energieagentur (BEA) sowie das energie- und klimaschutzpolitische Forum für Jugendliche und junge Erwachsene, der Club E. Letzterer hat den Wettbewerb um die effizientere Nutzung von Energie in privaten Haushalten ausgerichtet.

In dieser Kategorie gab es sogar zwei Gewinner. Die erste Lösung ist eine Plattform, die nicht nur direkte Empfehlungen liefert, wie die Haushalte ihre Energieeffizienz erhöhen können. Sie liefert auch Informationen über die dadurch erreichten Einsparungen der Energierechnungen. Diese Einsparungen werden in Efficiency Coins umgerechnet. Auf Wunsch können diese in Energieprojekte in südlichen Ländern investiert werden, wo der Zugang zu Energie keine Selbstverständlichkeit ist.

Bei der zweiten Lösung steht ein spielerisches Bildungsangebot für Kinder im Fokus. Diese bekommen in der Grundschule vermittelt, wie Energie gespart werden kann und motivieren somit ihre Eltern, die dabei vermittelten Möglichkeiten zu Hause umzusetzen 

In der Kategorie Bio Abfall/ Waste hat sich die Idee eines interaktiven Festivals zum Thema Mülltrennung mit dem Schwerpunkt auf Biomüll durchgesetzt (‚Waste Week‘). Eine Woche lang sollen sich relevante Akteure in jedem Stadtteil Berlins präsentieren, um über den Nutzen und die Vorteile von der Trennung von Müll für jeden einzelnen Bürger zu informieren. Das Angebot soll sich von Workshops über Informationsveranstaltungen bis hin zu Podiumsdiskussionen erstrecken. Begleitet wird es von einer Reihe künstlerischer Veranstaltungen und sozialer Events. Essen, Trinken und Kultur sorgen für eine gute Atmosphäre, womit die Mülltrennung mit etwas Positivem verbunden wird.

Parallel zum Climathon in Berlin erarbeiteten mehr als 2.700 Bürger in insgesamt 103 Städten und Regionen der Welt Lösungen für spezifische Herausforderungen zum Klimaschutz. In Berlin wurden die Teilnehmer bei der Entwicklung von Ideen von Business-Coaches unterstützt., die dann von einer Expertenjury bewertet wurden.

 

Über den Climathon

Insgesamt 103 Städte und Regionen auf sechs Kontinenten haben am diesjährigen Climathon teilgenommen. Mehr als 2.700 engagierte Menschen haben in Teams eine ganze Reihe von Lösungen für die gegenwärtigen Herausforderungen angesichts des Klimawandels entwickelt. Das Spektrum der Wettbewerbe ist dabei breit gefächert und lehnt sich an die speziellen Aufgaben an, die die jeweilige Stadt oder Region zu lösen hat. Die Teilnahme stand allen Interessierten offen. Initiator des Climathon ist Climate-KIC, Europas Initiative für klimafreundliche Innovationen. Climate-KIC wurde 2010 als EU-Programm ins Leben gerufen. Es fördert in 25 Ländern Innovationsprojekte, Start-ups und Nachwuchsinnovatoren, um unternehmerische Lösungen für den Klimaschutz voranzutreiben.

 

Climathon-Städte 

In Afrika fand der diesjährige Climathon in sechs Städten statt, darunter Harare, Johannesburg, Lagos, Praia und Rabat. In Asien veranstalteten unter anderem Busan, Hongkong, Hyderabad, Suzhou und Teheran an der weltweiten Veranstaltung teil. Nordamerika war vertreten von New York, Calgary, Long Beach und Washington DC. In Mittel- und Südamerika nahmen Bogota, Mexico City, Port of Spain und Recife teil. In Ozeanien beteiligten sich Städte in Australien und Neuseeland. Darunter Wellington, Sydney, Canberra und Christchurch. Aber auch in Melbourne und Adelaide kamen viele engagierte Bürger, um an Lösungen zu arbeiten. Wie in den vergangenen Jahren war die Zahl der teilnehmenden europäischen Städte am größten. Neben Berlin fanden Climathon-Veranstaltungen in weiteren 72 Städten in 29 europäischen Ländern statt.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: https://climathon.climate-kic.org/ 

Bilder und Video

Text und Fotos: Climate-KIC