Lkw-Parade auf dem EUREF-Campus

Gerade haben wir noch über die beeindruckende Präsentation von Cisco zur Eröffnung von „openBerlin" berichtet, da fand schon das nächste, im wahrsten Sinne des Wortes, Großereignis auf dem Campus statt. Daimler hatte auf der Freifläche zwischen Wasserturm und Gasometer ein großes Zeltdach, ein Podium und eine Tribüne aufgebaut. Auf dieser nahmen rund 100 Vertreter aus der Verkehrsindustrie und Politik sowie internationale Pressevertreter Platz. Anlass war die Vorstellung des „Efficiency Runs 2015". Dabei handelt es sich um einen Praxisversuch im Lkw-Fernverkehr. Ziel des aufwendigen Feldversuchs mit Messungen und Ergebniszertifizierung durch die DEKRA, ist die Reduzierung der CO2-Emissionen und die Senkung des Diesel-Verbrauchs.

Das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 den CO2-Ausstoß um 30 Prozent zu senken, nannte Daimler-Vorstand Dr. Wolfgang Bernhard extrem ambitioniert. In dem Praxistest, an dem sich einige namhafte Speditionen beteiligten, wurde festgestellt, dass eine CO2-Senkung von 14 Prozent bei herkömmlichen Trucks und 17 Prozent bei den Lang-Lkws erreicht werden kann. Dr. Wolfgang Bernhard: „Damit ist bewiesen: Wenn wir den Verbrauch und die CO2-Emissionen deutlich weiter senken wollen, dürfen wir nicht nur beim Motor ansetzen. Dann müssen wir die Kräfte bündeln und auch Reifen, Auflieger und andere wichtige Komponenten einbeziehen."

Der Kraftstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen moderner Lastwagen-Kombinationen lassen sich also mit am Markt verfügbaren Mitteln um einen zweistelligen Prozentsatz senken. Alle Komponenten, die einen modernen Truck ausmachen, müssen dabei mit einbezogen werden. Aber auch die Infrastruktur muss sich entsprechend verbessern. Das heißt, Investitionen in den Straßen- und Autobahnbau. Jeder durch einen Stau verursachte Stopp pro Kilometer verdoppelt den CO2-Ausstoß. Auch ein als Randthema erscheinendes Problem kann zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes beitragen. Rasthöfe, an denen Lkw übernachten, müssen mit entsprechenden Stromanschlüssen ausgestattet werden, damit die erforderliche Energie, die man im Truck benötigt, nicht über die Batterie erfolgen muss.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Vorfahrt dreier Trucks auf das Gelände unter donnernder Musik, wie man sie aus Star Treck-Filmen kennt. Das beeindruckende die Gäste natürlich. Der Hinweis in der Mieterinfo vom 12. Oktober, die „nötige Ruhe" einzuhalten, um die Veranstaltung nicht zu stören, war sicherlich sinnvoll, wenngleich kein anderer in der Lage gewesen wäre, die Präsentationsmusik zu übertönen.

Für Daimler war klar, dass die Vorstellung der Ergebnisse des Feldversuchs und die Brummi-Parade nur auf dem EUREF-Campus stattfinden konnten, weil hier die Klimaziele der Bundesregierung für 2050 bereits 2014 erreicht wurden.

Text: Ed Koch