Diskussion über Kinderrechte auf dem EUREF-Campus

Am 10. Juni trafen sich rund 100 Vertreter aus ebenso vielen Verbänden und Kommunen, die sich im „Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention", der „National Coalition Deutschland", organisiert haben. Unter den Teilnehmern befanden sich auch die Schirmherrin des Netzwerkes, Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn, und die Mitglieder der Kinderkommission des Deutschen Bundestages.

In der ganztätigen Konferenz ging es um die Rechte von Kindern, vor allem, wie man sie stärken und verankern kann. Freiburger Kinder haben es auf den Punkt gebracht: „Ein Recht ist etwas, was jedem zusteht und das einem keiner verbieten oder wegnehmen darf." Schon im Jahre 1979 haben die Vereinten Nationen beschlossen, eine Kinderrechtskonvention zu erarbeiten. Zehn Jahre hat es gedauert, ehe sich alle Länder darauf verständigen konnten. Der Kinderrechtskonvention sind mehr Staaten beigetreten als allen anderen UN-Konventionen, nämlich alle Mitgliedsstaaten mit Ausnahme vom Südsudan und den USA.

Die Grundrechte von Kindern lesen sich wie Selbstverständlichkeiten. Leider war es angesichts von Kinderarbeit und Vernachlässigung in der Welt aber notwendig, aufzuschreiben, was jedem Menschen in einer freien Welt zustehen sollte:

Das Recht ...

  • auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht;
  • auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit;
  • auf Gesundheit;
  • auf Bildung und Ausbildung;
  • auf Freizeit, Spiel und Erholung;
  • sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln;
  • auf eine Privatsphäre und eine gewaltfreie Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens;
  • auf sofortige Hilfe in Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung;
  • auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause;
  • auf Betreuung bei Behinderung.

In der Praxis heißt das, Kinder haben das Recht, in einer sicheren Umgebung ohne Diskriminierung zu leben. Sie haben das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser, Nahrung, medizinischer Versorgung, Ausbildung und auf Mitsprache bei Entscheidungen, die ihr Wohlergehen betreffen. Das sind alles ehrenwerte und notwendige Ziele, in der Praxis, selbst im hochentwickelten und demokratisch strukturierten Deutschland, hakt es an vielen Stellen bei der Umsetzung.

Diskutiert wird gegenwärtig die Einsetzung eines Kinderbeauftragten der Bundesregierung, analog zum Wehrbeauftragten. Die Mitglieder der Kinderkommission sind zwar alle dafür, sehen aber gegenwärtig keine Chance, dass diese Funktion in absehbarer Zeit eingerichtet wird. Kinder waren bei der Konferenz nicht anwesend, vermutlich hätten sie Probleme gehabt, den Fachvorträgen zu folgen. Vor Ort, in ihren Verbänden und Kommunen, schenkt man den Äußerungen der Vertreter Glauben, funktioniert die Zusammenarbeit mit den Kindern sehr gut. Dennoch, 66 Prozent der Kinder sind davon überzeugt, dass ihre Meinung nicht ernstgenommen wird. Einer Studie von 2013/2014 zufolge, haben 50 Prozent der befragten Kinder ein Interesse an Mitbestimmung in der Politik. Erschreckend allerdings, dass es 2011 noch 63 Prozent waren.

Es gibt also noch sehr viel zu tun, um den Kindern den Stellenwert in der Gesellschaft einzuräumen, der ihnen zusteht. Denn, wie heißt es doch immer so schön aus den Mündern der Politiker: „Die Kinder sind unsere Zukunft!"

Text: Ed Koch