EUREF-Campus 14 feiert Richtfest und begrüßt die Deutsche Bahn als Mieter

Wenn alle an einem Strick ziehen, dann klappt das. Ohne Stromverschwendung, allein durch die Muskelkraft der Beteiligten, hob sich der Richtkranz am Haus 14 entlang in den strahlend blauen Himmel über dem EUREF-Campus.

Für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) war es sein letztes Richtfest im Amt. Gern hätte er auch noch andere Bauwerke eröffnet, sagte er in seinem Grußwort leicht sarkastisch. Wowereit, der immer wieder zu Gast am und bei Jauch im Gasometer war, bedankte sich vor allem bei EUREF-Vorstand Reinhard Müller für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren. „Think Big" zeichne Reinhard Müller aus, der mit dem EUREF-Projekt etwas ganz Besonderes geschaffen habe. Einen Seitenhieb an das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg verkniff sich Wowereit nicht, als er sagte: „Ich hoffe, dass der Mut im Bezirksamt noch mutiger wird!" Die Unterstützung für das Vorhaben seitens einiger Stellen innerhalb der Verwaltung ist bis heute suboptimal.

Das schreckt zum Glück die großen Unternehmen nicht ab, sich auf dem EUREF-Campus anzusiedeln. Das gesamte Gebäude mit rund 7.000 qm Geschossfläche ist voll an die Deutsche Bahn vermietet. Genutzt werden die von der DB AG angemieteten Flächen von der Konzerntochter DB International GmbH, dem internationalen Ingenieur- und Beratungsbüro der Deutschen Bahn. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Niko Warbanoff, berichtete in seinem Redebeitrag von der Suche seines Unternehmens nach einem geeigneten Standort. Man habe sich verschiedene Objekte angeschaut. Sehr schnell entstand bei den Verantwortlichen die Begeisterung für den EUREF-Campus. Dieser Standort ist ideal, sagte Warbanoff, das ökologische Konzept habe ihn überzeugt. „Der EUREF-Campus ist ein inspirierender Arbeitsort", so Niko Warbanoff.

So wie Klaus Wowereit am 11. Dezember sein Amt an einen Jüngeren abgibt, sagte Reinhard Müller in seiner Begrüßung, werde er diesmal die Richtfestrede ebenfalls an einen Jüngeren übertragen. Und so war es an Benjamin Melcher, dem Co-Vorstand der EUREF AG, die Rede zu halten und den anderen Rednern die EUREF-Solartasche als Dank zu übergeben.

Die Kinder der benachbarten Teltow-Grundschule gehören inzwischen zum festen Bestandteil des Gebäudes EUREF-Campus 14. Zweimal schon haben sie ihren Unterricht hierher verlegt und viel über das Bauen erfahren. Den Aufstieg des Richtkranzes begleiteten sie mit einem fröhlichen Lied.

Rund 200 Gäste waren zum Richtfest erschienen, so auch Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und die Stadträte Oliver Schworck und Daniel Krüger.

Viele hatten Grund, sehr stolz auf das neue Gebäude zu sein, vor allem sein Architekt Johannes Tücks und Bauleiter Steffen Burggraf von der REM+tec sowie Udo Berner von Wolff & Müller, die das Gebäude errichtet haben.

Und während nun der Innenausbau weitergeht und die Fassade ihre Gestalt annimmt, ist neben dem EUREF-Campus 12-13 schon die nächste Baugrube ausgehoben worden. Der Campus wächst, was Berlin-, bundes- ja – ohne Übertreibung – weltweit bestaunt wird. Das zeigen die vielen Delegationen, die hierher kommen.

Text: Ed Koch