G7-Konferenz auf dem EUREF-Campus

Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, begrüßte am Morgen des 7. Mai auf dem EUREF-Campus den Präsidenten der Republik Kiribati, Anote Tong. Auf der G7-Konferenz, die aus hochkarätigen Politikern und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt zusammengesetzt war, wurde das Thema „Klimarisikoversicherungen" behandelt.

Kiribati ist ein Inselstaat im Pazifik, dessen Staatsterritorium sich über eine Vielzahl von Inseln Mikronesiens und Polynesiens erstreckt, die über ein weites Gebiet nördlich und südlich des Äquators verstreut liegen. Der größte Teil des Landes befindet sich knapp zwei Meter über dem Meeresspiegel. Kiribati wird immer wieder von Überschwemmungen heimgesucht. Wer würde so ein Land versichern, bei dem das Risiko eines Schadensfalles absehbar ist? Die G7-Staaten, allen voran Deutschland, sind sich ihrer Verantwortung bewusst, dass der Klimawandel von den Industriestaaten verursacht wird, aber viele dafür nicht verantwortliche Länder umso härter trifft.

Deshalb will die Solidargemeinschaft einen Fonds auflegen, der bis zum Jahr 2020 mit 100 Mrd. Euro ausgestattet werden soll. Damit soll von Naturkatastrophen betroffenen Ländern schnell und unbürokratisch geholfen werden. Es ist davon auszugehen, dass extreme Wetterlagen zur „Normalität" werden. Neun von zehn durch Naturkatastrophen betroffene Länder sind Entwicklungsländer, die selbst nichts zur Klimaerwärmung beitragen.

In Afrika hat man quasi in Selbsthilfe eine Versicherung entwickelt, den African Risk Capacity. 20 Länder haben sich dieser Versicherung gegen unterschiedliche Naturkatastrophen schon angeschlossen. Frau Dr. Ngozi Okonjo-Iweala, die Verwaltungsratsvorsitzende des ARC aus Nigeria, geht davon aus, dass sich im kommenden Jahr weitere 20 Länder anschließen werden. Das Projekt basiert auf eigener Vorsorge, wer davon am meisten betreibt, zahlt geringere Prämien als andere. 26 Millionen Dollar sind bereits bei Katastrophen in Niger und im Senegal ausgezahlt worden, womit 1,3 Millionen Menschen geholfen werden konnte.

Im Laufe der Konferenz wurden unter den Teilnehmern die Möglichkeiten und Grenzen einer Klimaversicherung diskutiert und der Weg von der Idee zur Umsetzung beschrieben.

Ein Konferenzteilnehmer sagte, dass man nicht darüber reden müsse, welche Naturkatastrophen geschehen könnten. Wir erleben tagtäglich, welche die Welt heimsuchen. Eine Versicherung schützt natürlich nicht vor dem Eintritt eines Schadens, sie kann aber das Leid der Betroffenen mindern. Unabhängig davon muss daran gearbeitet werden, den Klimawandel nicht weiter zur Klimakatastrophe werden zu lassen. Die unter der deutschen G7-Präsidentschaft in diesem Jahr noch stattfindenden Konferenzen haben sich hohe Ziele gesteckt. Bleibt zu hoffen, dass alle Länder am gleichen Strang ziehen und Vernunft über Egoismus siegt. Denn wie sagte Gerd Müller so einfach wie richtig? Wir haben nur diese eine Welt.

 

Text: Ed Koch